Unser Leben im Wohnmobil
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Unser Platzwechel
3. November. Nun hatten wir uns langsam wieder auf diesem Wohnmobilstellplatz im Puerto Deportivo Almerimar eingelebt. Nachdem wir den Platz von der Hafenseite zur Strandseite gewechselt hatten, wurde es auch ruhiger. Auf dem Weg an der Seite des Hafenbeckens herrscht in der Regel ein reges Treiben von Menschen, Hunden und Fahrzeugen. Für unsere Hunde ist das schon stressig. Aber nicht nur für sie. Wir sitzen, wenn wir uns draußen aufhalten, wie auf einem “Prepräsentierteller” ohne jede Art von Privatsphäre. Das ist auf die Dauer schon recht störend und bei den Hunden führt dieser Zustand zu viel Unruhe.

Puerto Deportivo Almerimar. Unser neuer Platz
Von unserem neuen Platz hatten wir nun einen uneingeschränkten Blick durch die Frontscheibe direkt auf das Meer und den Strand. Allerdings gibt es einige Menschen, die Privatsphären scheinbar nicht tolerieren. Sie gehen einfach und ungefragt über unseren Stellplatz dicht am Wohnmobil vorbei bis zu Begrenzungsmauer, um sich von dort aus den Strand anzusehen. Der Konflikt mit den Hunden ist dann schon vorprogrammiert. In der Regel haben wir nichts dagegen. Wir möchten nur gefragt werden, damit wir uns darauf einstellen können.



Respekt und die Leinenpflicht am Strand
Jetzt im Winter befinden sich kaum noch Besucher am Strand. Hier und da gibt es natürlich Menschen, die sich trotz der niedrigen Wassertemperaturen, nicht davon abhalten lassen, im Meer zu baden. Für uns wäre das nichts. Wir nutzen diesen endlos erscheinenden Strand eher für ausgiebige Spaziergänge mit den Hunden. Aber häufig waren wir dort nicht alleine mit Hunden unterwegs. Obwohl am Strand ausgewiesene Leinenpflicht für Hunde besteht, ließen einige Hundebesitzer ihre Vierbeiner ohne Leine laufen.
Immer mehr Wohnmobilisten mit Hunden
Aber auch der Umgang mit den Hinterlassenschaften der Hunde scheint für einige Hundebesitzer ein Problem zu sein. Aber im Gegensatz zu unserem letzten Besuch 2021 ist es schon wesentlich besser geworden. Trotzdem sollte man Abends, wenn es dunkel wird, schon schauen wo man hintritt. Aber wir stellten auch einen neuen Trent bei den Wohnmobilisten fest. Immer mehr Menschen reisen mit ihren Hunden. Waren wir früher eher die Ausnahme, die mit Hunden reisten, so ist es heute schon fast die Regel.

Jeder “Jeck ist anders”
Das ist eigentlich eine positive Entwicklung, zu sehen welchen Stellenwert ihre Vierbeiner haben. Aber aus Respekt vor anderen Hundebesitzer und vor allen Dingen um etwaigen Konflikten mit anderen Hunden aus dem Weg zu gehen, sollte man schon bei Sichtkontakt die Hunde an die Leine nehmen. Am Ende ist dies auf jedem Fall die klügere Entscheidung. Denn auch für die Hunde gilt das Gleiche wie für die Menschen. Wie der Kölner so gerne sagt:„Jeder Jeck ist anders”. Und unsere beiden Hunde sind schon recht “jeck”.

Leider scheint es einigen Hundebesitzern vollkommen egal zu sein, dass es eben Hunde gibt, die aus welchen Gründen auch immer, bei Begegnungen mit fremden Hunden ein Problem haben. Das es dann zu Konflikten mit anderen Hunden kommt, ist am Ende nicht das Problem der Hunde an sich, als mehr der Ignoranz der anderen Hundebesitzer zu verdanken.
Wie bei den Menschen ist auch jeder Hund anders gepolt. Temperament, schlechte Erfahrungen, Erziehung sind nur einige der Faktoren die darauf Einfluss haben.


Ein Sturm zieht auf
20. November. Hatten wir die letzten Wochen fast ausschließlich schönes Wetter änderte sich das schlagartig. Die Temperaturen fielen und auf den Höhen der “Serra Nevada”, die vom Strand aus im Hintergrund gut zu sehen sind, konnte man schon den ersten Schnee ausmachen. Es kam heftiger Wind auf aus dem dann am Ende ein heftiger Sturm entstand. “Des einen Leid ist des Anderen Freude.”



Das richtete Wetter für Surfer und Kitesurfer
Immer mehr Surfer und vor allem Kitesurfer fanden sich am Strand ein. Eingepackt in Neoprenanzüge stürzten sie sich in die Fluten und nutzten den ordentlichen Wellengang und den Sturm zum Surfen. Bewundernswert! Es erfordert sicher viel Mut, Können und Training, um auf den vom Sturm aufgepeitschten Kämmen zu reiten. Wir schauten ihnen eine Weile zu, bevor wir uns in unser gemütliches Wohnmobil zurückzogen.
Trotz ausgefahrenen Hubstützen schwankte es ganz schön. Da unser Wohnmobil mit der Front zum Meer stand, hatten wir die freie Sicht über die komplette Küste und konnten uns das Treiben dort draußen in Ruhe und Gelassenheit bei einem Glas Wein ansehen.


Nach dem Sturm
Nach ca. zwei Tagen legte sich der Sturm. Endlich konnten wir wieder an den Strand. Allerdings was wir dort vorfanden war nicht sehr schön. Überall lag dort Müll am Strand. Ein sehr großer Anteil dieses Mülls bestand neben dem Müll, den man aus dem Hausmüll kennt, aus den Überresten von Plastikfolien. Diese stammen vermutlich von den Folien der vielen Gewächshäuser die hier in dieser Region Spaniens überall present sind und die Landschaft über viele Quadratkilometer überdecken. Spötter bezeichnen diese Gegend auch gerne als “Costa Plastica”. Allerdings sollten diese Spötter nicht vergessen, dass ein großer Teil des Gemüses, welches wir bei einem Discounter und einem Supermarkt in Deutschland kaufen, aus eben diesem Teil Europas kommt.



Aufgrund des Sturms waren wir für zwei Tage im Wohnmobil festgehalten. Als sich der Sturm endlich legte, konnten wir den Strand wieder besuchen. Leider fanden wir dort eine unschöne Überraschung vor: Der Strand war voller Müll, hauptsächlich Plastikfolien, vermutlich Abfall von den Gewächshäusern in der Region. Diese Gegend wird oft als Costa Plastica verspottet, aber wir sollten nicht vergessen, dass ein Großteil unseres Gemüses aus dieser Region stammt, das wir in deutschen Supermärkten kaufen.
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